Jutta Knierim-Haustein - Igelmama e.V.


Der Frühling ist da und die Igel beenden ihren Winterschlaf. Und die Hochsaison der Igelmama fängt an.

Im Moment wird im Wochenrhythmus operiert und es beginnt die Zeit der Verletzungen – Auto, Rasenmäher, Rasentrimmer, Hundebisse! Das erste angefahrene Igelchen kam am Wochenende, Stupsi, eine ganz alte Igeldame, die Augen können wir erhalten, dazu werden dringend zwei Fläschchen à 5 ml Voltaren Augentropfen benötigt und ein Fläschchen liegt schon € 20,00 Euro in Deutschland. Wenn sich jemand findet, der 3-5 Fläschchen aus dem Ausland besorgen könnte – da kosten sie nur 7,00 Euro pro Fläschchen. Es werden sehr viele Medikamente für die Igel benötigt, da Igel einen anderen Grundumsatz haben, benötigen sie die 10fache Menge z. B. an Antibiotika wie ein Hund oder eine Katze. Noch sitzt ein Notfallkaninchen aus einem Messie-Haushalt zur Vermittlung bei der Igelmama, die restlichen Tiere von dort sind zum Glück untergekommen.

Offiziell ist bei der Igelmama eine Igelstation, aber es werden alle möglichen Wildtiere, Tiere aus Messie-Haushalten, verletzte Tiere gebracht – meist an Sonn- und Feiertagen, wenn die Notruftelefone offenbar nicht besetzt sind. Zu uns darf man jederzeit kommen!! Die Versorgung der Igel kann in Extremsituationen bis zu 2.000 Euro im Monat kosten, wenn z. B. viele OPs durchzuführen sind. Gerade bei den Dauergästen müssen regelmäßige Zahnsanierungen vorgenommen werden (manchmal im Abstand von 8 Wochen). Bei den älteren Tiere müssen leider sehr häufig Mammatumore entfernt werden.

Die Igelstation ist spezialisiert auf schwerverletzte Tiere, Trauma- und Krebspatienten, da andere Igelbetreuer diese Patienten in der Regel nicht aufnehmen können. Eine gute und sehr flexible Tierärztin ist vor Ort und operiert mit der Igelmama Seite an Seite! Hier ein kleiner Einblick in die Arbeit: Im Jahr werden ca. 300 Igel hier betreut. Mehr als 40 Igel sind in Außenstellen untergebracht. Wenn nötig, werden diese Igel zur Behandlung und Operation (Vorbereitung und Nachsorge) wieder in die Igelstation gebracht. Neben vielen kranken, untergewichtigen Igelbabys werden oft schwerverletzte, alte Igel zur IGELMAMA gebracht:

• Igel, die sich an scharfen Kunststoffteilen aus den gelben Säcken verletzt haben
• Igel, die in einem Hoftor eingeklemmt wurden
• Igel, die mit einem Spaten fast erschlagen wurden
• Igel, die von einem Auto angefahren wurden
• Igel, die von einem Rasenmäher oder –trimmer verletzt wurden

Es gibt Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können aus unterschiedlichen Gründen. Außer z. Zt. knapp 60 Igeln werden noch 8 ehemalige Streunerkatzen im Haus beherbergt, zum Teil erkrankt an Diabetes und Struvit. Draussen werden natürlich auch Streunerkatzen versorgt und sofern das Geld da ist, kastriert und gechipt. Weiterhin haben wir zwei Handicap-Hunde hier, einen dreibeinigen Spitz und einen schwerst misshandelten Pinscher, dessen Ellbogen und Hüfte kaputtgetreten und aus dem fahrenden Auto "entsorgt" wurde.

Der Verein für hilfebedürftige Tiere wird die Ingelmama ab sofort unterstützen.

Für die vielen anfallenden Operationen und Medikamente bitten wir um Spenden auf das Konto des Vereins für hilfebedürftige Tiere

Frau Kleinermann

Frau Kleinermann ist eine Igeldame, ca. 3 Jahre alt, die als Baby ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat in Bremen – die TA hat das leider nicht erkannt und so blieb sie 3 Monate lang unbe- handelt. Dann kam sie zur Igelmama. Nach dieser langen Zeit kann man ein Trauma kaum noch behandeln...sie läuft nicht mehr rückwärts, aber mit zunehmendem Alter schwankt sie stärker und fällt um. Deswegen erhält sie jetzt eine Rollvorrichtung an den Seiten. Die Schneiderin war bereits 3 x zur Anprobe da. Noch rutscht das Teil rutscht nach hinten weg, vorne haben wir jetzt Löcher für die Beinchen, aber die zieht sie raus. Frau Kleinermann war so geschafft von der Anprobe, dass sie einschlief, als sie laufen sollte. Fortsetzung folgt...